chiptunes

Für alle, die leichtsinnig dahersagen, sie hören jede Art von Musik, gibt es etwas Neues!

Denn trotz regelmäßig neu entstehender Untersparten von extremer Nischenmusik, finden sich weiterhin Menschen, die von sich behaupten, sie „hören alles“!

Ich will damit jetzt nicht sagen, dass diese Leute gnadenlos lügen würden, im Grunde ist jedoch ihre eigentliche Aussage die, dass sie im Prinzip gar keine Musik hören. Oder besser gesagt, nicht intensiv hören, sondern einfach irgendwas ohne Beachtung laufen lassen, bis sie etwas nervt. Womit wir nun beim heutigen Thema angekommen wären.

Und ich wollte hier noch nicht einmal die ganz harten Sachen aufzählen. Denn in der Metal Szene gibt es seit einigen Jahren Extreme, die sich von Jahr zu Jahr toppen wollen, wodurch gefühlt alle 2-3 Jahre ein neues Subgenre der Undergroundkultur die Welt erblickt. Kennt denn noch einer Deathcore Bands wie Despised Icon oder Suicide Silence, die sich ihr eigenes Subgenre aus zwei anderen – nämlich dem Hardcore Punk und dem Oldschool Death Metal – kreiert haben? Pille palle! Denn mit Brutal Death Metal Bands wie Abominable Putridity und Pathology oder Goregrind/Porngrind/Cybergrind Bands wie Mulk lernt auch der durchtrainierteste Stiernacken schnell mal das fürchten.

Aber solche kleinen Sparten müssen nicht immer zwingend gitarrenlastige Sounds oder blutige Gedärme zum Thema machen, um die Nerven zu strapazieren. Das ganze funktioniert auch sehr gut mit Piepstönen aus dem Chipsatz der Mutterplatine.

Ja, ich rede von Chiptunes! In der Kindheit die erste und einzige Musik, die man in Computerspielen hören konnte, hat nun sein eigenes Musikgenre – und gerade jetzt erhält es die Aufmerksamkeit, die es schon seit Jahrzehnten verdient hat. Denn wer hat nicht damals zu Monkey Island mitgeschunkelt, wenn die Chiptunes eine Melodie gespielt und dadurch eine atmosphärische Kulisse für eines der ikonischsten Spiele geschaffen haben. Kein Wunder, dass Spieleentwickler heutzutage gezielt Spiele im Retrostil wie vor 20 Jahren entwickeln und den passenden Sound dazu suchen. Bloodstained: Curse of the Moon, eine 8-Bit Hommage an die Castlevania-Reihe oder The Messenger, ein rasanter Platformer im Ninja Gaiden Look und das in Zeiten von Grafikhuren-Spielen wie God of War oder Hellblade: Senua’s Sacrifice.

Aber vor allem die Musik muss hier erwähnt werden, denn wo heutzutage jeder Affe, der ’ne Maus bedienen kann, DJ oder Musikproduzent wird und am I-Pad Songs für die breite Masse mit nur einem Fingerwisch aus tausenden Samples zusammenklatscht, bedarf es eines gewissen Scharfsinns, aus einer kleinen Palette von Störgeräuschen ein gesamtes Album für die tanzende Bevölkerung zu zaubern. Vor allem der Künstler Rainbowdragoneyes hat mit dem Doppelalbum, das er für The Messenger erstellt hat, einen gewaltigen Ohrwurm in 8- und 16-Bit Soundqualität geschaffen, den ich seit Monaten nicht aus meiner Playlist rauskriege!

Und hier scheiden sich nun die Geister, denn diese Musik ist sowohl für die Hardcore Nerds, die seit Jahr und Tag Videospiele zocken und Heavy Metal hören, wie auch für den verrücktesten Drum’n’Bass und Dubstep Hörer ein „Was-zur-Hölle-hörst-du-denn-da?“-Subgenre, das nicht jeder mag! Und da will mir einer sagen, er „höre alles“?!

Macht euch selbst eine Meinung. Aber wenn die schlecht ist, könnt ihr mich mal an meinem Chipsatz lecken! Ich find’s geil!

Ein Gedanke zu “chiptunes

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.